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Freundschaftsutopie made im Ländle – 175 Jahre Ludwig Amandus Bauer

Ludwig Amandus Bauer starb im Mai vor 175 Jahren. Für uns bei Molino gehört er zu den ganz Großen aus der Region Hohenlohe im Speziellen und der deutschen Literatur im Allgemeinen! Zusammen mit Eduard Mörike hat er das Fantasiereich Orplid erfunden. Die beiden Freunde erdachten diese fiktive Südseeinsel während eines Spaziergangs von Tübingen nach Reutlingen – und machten daraus Weltliteratur.

Es entstanden viele Texte über Orplid, eine eigene Götterwelt, Geschichte und Kultur. So etwas wie Mittelerde und der „Herr der Ringe“, nur eben anno 1825. Kurt Oesterle hat zum ersten Mal die Hintergründe von Orplid recherchiert und erzählt uns, was hinter diesem Schreibprojekt zweier Freunde steckt. Im Buch „Der erste König von Orplid“ sind außerdem Werke des Künstlers Michael Klenk zu sehen, der aus Gold zahllose Ansichten von Orplid geschaffen hat.

Kurt Oesterle und Michael Klenk wollten schon vor langer Zeit zusammenarbeiten, beide stammen aus Oberrot. Doch nur ein einziges Mal – vor 40 Jahre – hat es geklappt. Michael Klenk illustrierte eine Kurzgeschichte von Oesterle, in der es um ein kolossales Angsterlebnis aus der Kindheit ging.

Erst das Orplid-Projekt hat die beiden wieder zusammengebracht. Ausgerechnet Orplid, das ja selbst eine Gemeinschaftsproduktion zweier Freunde, Eduard Mörikes und Ludwig Bauers, war. Wenn man eines von Orplid, dieser merkwürdigsten Erscheinung der deutschen Literatur, lernen kann, dann ist es dies: Ebenso wie das Leben Einfluss auf die Literatur hat, so wirkt die Literatur auf unser Leben zurück.

Bild: © Michael Klenk