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Debüt von Elisabeth Seitz, das Howto mit Deutschlands Rekordmeisterin im Kunstturnen

Charakterstark – Du hast die Wahl: Unserem Lektorat hat Eli Seitz verraten, welche Voraussetzungen wichtig sind, um erfolgreich zu werden. Erfolgreich sind für Eli alle, die ihren persönlichen Weg zur Selbstbestimmung gefunden haben.

Elisabet Seitz gibt ihren Lesern mit diesem ersten Howto einen Leitfaden in die Hand, durch den Selbstbestimmung zur alltäglichen Routine werden kann. Die Rekordmeisterin erzählt davon, wie man schlussendlich mental und körperlich fit bleibt und erklärt, weshalb Rituale hierbei eine ganz entscheidende Rolle spielen. Ein Einblick in ihre persönliche Erfolgsgeschichte zeigt, dass sich gerade der Sport besonders gut eignet, um auch im Kopf stark zu werden und zu bleiben.

Dieser Ratgeber eignet sich also für alle, die aus jedem Tag das Beste für sich machen wollen!

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450 Jahre Johannes Kepler – In Zusammenarbeit mit der Stadt Leonberg bereiten wir die Neuausgabe des großen historischen Romans von Olaf Saile vor

1571 kommt in Weil der Stadt Johannes Kepler zur Welt und erlebt in Leonberg Jahre, die ihn ganz entscheidend prägen. Mit seinem historischen Roman hat es Olaf Saile geschafft, nicht nur einen herausragenden Wissenschaftler zu porträtieren, sondern auch zu zeigen, wie Kepler als Mensch war: Er war ein schwächliches Kind, dem kaum Überlebenschancen beigemessen wurden und das unter den Krisen seiner Eltern schwer zu leiden hatte. Er war Ehemann und Vater, dem nicht nur die Frau starb, sondern auch etliche seiner Kinder. Er war fürsorglicher Sohn, der für seine Mutter mit allen Mitteln einen schwierigen Hexenprozess gewann.

Sailes große Leistung besteht darin, sehr emotional zu erzählen und Keplers persönliches Einzelschicksal durch die Zeit von Gegenreformation und Dreißigjährigem Krieg zu begleiten. Daneben gelingt Saile eine Würdigung der wissenschaftlichen Leistung Keplers, der Kopernikus verehrte, bei Mästlin in der Vorlesung saß, im Austausch mit Galileo Galilei und Tycho Brahe stand, und der ein Horoskop für Wallenstein entwickelte.

Am 27. Dezember 2021 würde Kepler seinen 450. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass hat der Molino Verlag gemeinsam mit Georg Martin Cohn und der Stadt Leonberg eine Neuausgabe des großartigen, aber seit Jahrzehnten vergriffenen Saile-Romans geplant! Das Buch erscheint im Frühjahr 2022.

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Einblicke, Erfolgsrezepte und neue Motivation von Meistern ihres Fachs: Howto – Die Ratgeber mit Praxiswissen von Prominenten

Was das Frühjahr bringen wird? Wir wissen es schon. Und wir freuen uns ganz besonders darauf, denn lange Zeit haben wir an einer Ratgeberreihe gearbeitet, die starke redaktionelle Texte mit dem Praxiswissen von Prominenten verbindet. Unsere Howtos sind gehaltvolle Bücher über Gesundheit, Fitness und Bildung. Es werden wilde und völlig unerwartete Themen auftauchen, ganz nach unserem Motto: besondere Bücher von garantiert besonderen Menschen.

Bereits der erste Band macht Lust auf die Lektüre: Tipps zur mentalen und körperlichen Fitness und eine kleine Geschichte der Selbstbestimmtheit mit der Rekordmeisterin im Kunstturnen, Elisabeth Seitz.

Die ersten drei Bände erscheinen im März 2022, die nächste Runde gibt es dann wieder im Oktober mit drei weiteren Howtos! Bleiben Sie auf dem Laufenden und halten Sie Ausschau nach den bunten Büchern mit dem schwarzen Balken – und grandiosen Autorinnen und Autoren …

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Prof. Dr. Dr. Karlheinz Schmidt brachte mit seinen Studien Red Bull in die Tankstellen – die ganz persönliche Zeitgeschichte des Tübinger Professors für experimentelle Medizin

Manche Autobiografien sind so aufregend und farbig, dass sie mehr wirken wie ein fiktionaler Text. Das kann man auch der jüngst erschienenen Autobiografie des Tübinger Professor Karlheinz Schmidt attestieren. Mit seinen bahnbrechenden Innovationen und findigen Ideen setzte er wichtige Impulse in der Pharmaindustrie und in der Forschung.

Aber so gut wie jeder hat schon mal eine indirekte Begegnung mit dem früheren Moderator und gern gesehen und Talkshowgast gehabt: Wahrscheinlich wäre ohne ihn das Trendgetränk Red Bull nie zu weltweitem Ruhm gekommen. Professor Schmidt konnte in einer repräsentativen Studie zeigen, dass Red Bull die Aufmerksamkeit und Fahrtauglichkeit von Menschen deutlich erhöht, so kam das Partygetränk in die Tankstellen, auf die Überholspur und auf Erfolgskurs.

Dies ist aber nur eine kleine Wirkungsgeschichte aus einem großen und vielseitigen Leben. Wir wünschen „Grenzen sprengen“ viele Leser!

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Historische Wiedergutmachung für einen vergessenen Widerstandskämpfer zwischen Schwäbisch Hall und Berlin – Die Tagebücher des Karl Adolf Groß

Besser spät als nie! Als der Schriftsteller Karl Adolf groß seine Erinnerungen an die 2000 Tage, die er im KZ Sachsenhausen und Dachau verbringen musste, veröffentlicht, interessiert es niemanden. Jedenfalls will sich niemand mit den menschlichen Abgründen, die hier sichtbar werden, auseinandersetzen. Aus Anlass des 75-jährigen Friedens haben wir seine Erinnerungen in einer ein bändigen Fassung neu aufgelegt.

Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung und den Freilichtspielen Schwäbisch Hall ist es endlich gelungen, zum ersten Mal dieses Buch auf die Bühne zu bringen. Wichtig ist das auch deswegen, weil es nicht nur ein historisches Dokument ist, sondern auch ein literarisch wertvoller Text. Gelesen wurden Passagen von den Schauspielern Franz Burkhard, Martina Reichert und vom Intendanten Christian Doll.

Wir hatten alle Gänsehaut, so gespannt war die Stimmung im Neuen Globe. Über 100 Zuhörer hingen den Schauspielern an den Lippen. Die brillante Textauswahl wurde eingeführt mit einem kongenialen Vortrag von Wolfgang Schöllkopf, landeskirchlicher Beauftragte für Kirchengeschichte. Der Theologe stellte heraus, warum uns diese Texte, die Karl Adolf Groß aufgezeichnet hat, noch immer etwas angehen: Es geht hier nämlich um die allgemein menschlichen Abgründe. Groß hat nie einen Vorwurf erhoben – im Gegenteil, er schreibt: Er habe sehenden Auges das KZ in Kauf genommen. Als Reaktion auf die Inhaftierung von Martin Niemöller hatte er eine halbe Millionen Kunstpostkarten mit Sprüchen von Niemöller über ganz Deutschland verteilt und wurde dafür von der Gestapo verhaftet. Vielleicht war dies die größte Widerstandsaktionen publizistischer Art eines Einzelnen im sogenannten Dritten Reich.

Dass die Texte von Groß zu hören waren, dass er am geschichtsträchtigen Tag des 9. Novembers gelesen wurde, kommt nahezu einer historischen Wiedergutmachung gleich. Er selbst verlor aufgrund seiner Homosexualität seine Stelle als Pfarrer, zog verschuldet nach Berlin, um dort als Verleger und Autor zu leben. Im Südwesten ist er nahezu vergessen. Das könnte sich jetzt ändern.

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Das große Buch über die zweitälteste Buchhandlung – Die große Osiander-Gala im Börsenblatt des deutschen Buchhandels

Fünf Jahrhunderte sind eine lange Zeit Punkt, zumal wenn es sich für um das Leben eines Unternehmens handelt, das durch alle Krisen und Herausforderungen hindurch Bestand hat. Vielleicht ist es für diese ganz spezielle Branche des Buchhandels ein noch viel größeres Wunder, das so alte Betriebe bis heute überlebt haben.

Während der Corona Zeit war die Bevorzugung des Buchhandels als Läden des täglichen Bedarfs, wie wir bei Molino finden, extrem wichtig. Stationäre Buchhandlungen braucht man nicht zum Überleben, aber sollte eine Buchhandlung wegen Geschäftsaufgabe schließen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Nachfolger den Laden übernimmt. Ohne Buchhandlung stirbt kein Mensch, aber die Präsenz der wichtigsten kulturellen Errungenschaft – das gedruckte Wort. (Außerdem sind Buchhandlungen kleine geschmackvolle Inseln, ohne die es sich kaum lohnen würde, überhaupt einkaufen zu gehen …)

Die Osiandersche Buchhandlung, Deutschlands zweitälteste überhaupt, hat in den letzten Jahren einen starken Wachstumskurs hingelegt – bis hin zur umfassenden Kooperation mit Thalia. Unser Autor Günter Fetzer hat in den letzten beiden Jahren ein großes Buch über die Geschichte des Buchhandels im Allgemeinen und über die Geschichte der Osiandersche Buchhandlung im Speziellen verfasst.

Trotz der umfangreichen Sammlung im Archiv von Osiander war es ein herausforderndes Projekt, denn auch der Umfang von 300 Seiten zwingt einen, so vielen wegzulassen. In Fetzers Buch erfahren wir zum Beispiel, dass bei Osiander das epochale Werk „Das Leben Jesu“ von David Friedrich Strauß erschien, ein Buch, das die europäische Geistesgeschichte für immer verändert hat. Hier wird ein völlig neues Verfahren vorgeschlagen, wie man die biblische Biografie von Jesus zu lesen hat, nämlich in erster Linie als Mythos, dessen Überlieferung es kritisch zu betrachten gilt.

Während der Jubiläumsgala am 30. Oktober im Sparkassen Carré in Tübingen wurde das Buch vorgestellt und an die geladenen Gäste, darunter auch Autoren wie Rafik Schami oder der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, verteilt. Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels schreibt über die Veranstaltung:

„Boris Palmer hob zunächst hervor, ‚dass bei Osiander in den letzten 25 Jahren so viel passiert ist, wie in den 400 Jahren zuvor‘. So sei die Anzahl der Filialen zwischen 2012 und 2020 von 25 auf 70 Läden angewachsen: ‚Ein unglaublicher Entwicklungssprung‘, sagte der Oberbürgermeister. ‚Wo immer ich hinkomme, Osiander ist schon da. Das ist wie Hase und Igel.‘ Osiander würde den Innenstadthandel in 50 baden-württembergischen Städten bereichern, das sei eine großartige Leistung. Ihm gefalle insbesondere der Fahrrad-Lieferservice in Tübingen, ‚bei dem die Chefs auch schon einmal selbst der körperlichen Ertüchtigung nachgehen‘. Solch innovative Ideen wie den umwelt- und CO2-freundlichen Lieferdienst habe Osiander schon lange vor der Fridays-for-Future-Bewegung gehabt. Der Händler habe zwar in letzter Zeit einige Rückschläge einstecken müssen, wie etwa den Hackerangriff auf den Webshop oder die Corona-bedingten Schließungen, zeige sich aber als ‚Stehaufmännchen‘ und sei davon überzeugt, die Firma weiter erfolgreich führen zu können. Palmer ist sich seinerseits sicher, dass sich der Buchhandel in den Städten weiter behaupten kann, selbst wenn es für andere Handelsbranchen schwieriger würde.

Was ist das für ein Unternehmen, für das Palmer diese lobenden Worte fand? Einen kurzen Ritt durch die Firmengeschichte unternahmen die drei Brüder Hermann-Arndt, Michael und Heinrich Riethmüller gemeinsam mit Torsten Casimir, Chefredakteur des Börsenblatts und Moderator des Abends. Schlaglichter waren natürlich das Gründungsjahr 1596, in dem Erhard Cellius, Professor der Poetik, eine Druckmaschine kaufte und in den Buchhandel einstieg. Weiter ging es mit dem Jahr 1659 und Johann Georg Cotta über das Jahr 1813 und Christian Friedrich Osiander bis hin zum Jahr 1920, als Richard Jordan (Großvater der drei Brüder Riethmüller) sowie sein Kompagnon Gustav Pezold das Unternehmen übernahmen. Nicht alles war rühmlich in dieser Zeit. ‚Leider haben Intellektuelle den Nationalsozialisten als Wegbereiter gedient‘, so Hermann-Arndt Riethmüller. Wer sich für die gesamte Unternehmensgeschichte interessiert, dem sei das gerade erschienene und fast 300 Seiten umfassende Werk ‚Osiander – 425 Jahre Buchhandel in Deutschland‘ von Günther Fetzer, Molino Verlag, ans Herz gelegt.“

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Zu Gast in der litauischen Botschaft in Berlin

Wolfgang von Stetten ist in Litauen eine Legende, denn er brachte den frühen Beitritt der Baltischen Staaten zur EU voran. Und direkt nach dem Mauerfall gründete und finanzierte er ein Informationsbüro, so etwas wie eine inoffizielle Botschaft. Zu unserer tollen Veranstaltung in den Räumen der litauischen Botschaft in Berlin, die auch via Livestream übertragen wurde und viele litauische Zuschauer fand, gibt die Botschaft folgende Pressemitteilung raus:

„Die Veröffentlichung des Buchs ‚Wolfskinder‘ fällt mit dem 30. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Litauen und Deutschland zusammen und behandelt einen großen Teil dieser drei Jahrzehnte.

Prof. Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten – Honorarkonsul Litauens in Baden-Württemberg, Freund der Litauischen Wolfskindergemeinschaft und langjähriger Vorsitzender der Parlamentarischen Gruppe für die Beziehungen zu den Baltischen Staaten im Deutschen Bundestag (1991–2002) – schildert darin das schwierige Nachkriegsschicksal der Wolfskinder und verbindet es mit der Geschichte der Befreiung Litauens von der sowjetischen Besatzung und seinen persönlichen Erinnerungen und Bemühungen, die Anerkennung des unabhängigen Litauen durch die Bundesrepublik Deutschland zu erreichen.

Die Veranstaltung wurde von Botschafter Ramūnas Misiulis eröffnet und von Prof. Dr. Joachim Tauber, dem Vorsitzenden des Deutsch-Litauischen Forums, moderiert.

Organisatoren von Veranstaltungen– die Botschaft der Republik Litauen, das Honorarkonsulat der Republik Litauen in Baden-Württemberg und das Deutsch-Litauische Forum danken den Gästen für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse an der Geschichte und den aktuellen Themen der deutsch-litauischen Zusammenarbeit.“

Ebenso herzlichen Dank an die Botschaft für diese intensive Veranstaltung!

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Helden des Waldes geht in die nächste Auflage: Jäger lieben dieses Buch – zum Glück!

Als wir mit unserem Autor Simon Abeln über sein großes Jagdbuch, das später unter dem Titel Helden des Waldes erschienen ist, das erste Mal gesprochen haben, wusste noch niemand, wie ein Buch speziell für Jäger überhaupt aussehen kann. Es war klar, Simon wird ein humorvolles, aber gleichzeitig handwerklich perfektes und informationsreich ist Manuskript abliefern.

Das heißt aber noch lange nicht, dass es gekauft wird. Nun ist sein Buch in die zweite Auflage gegangen, Frankonia, der größte deutsche Jagdausstatter, hat es ebenfalls in sein Sortiment übernommen.

Wir haben einen wunderschönen Trailer im Forst von Simon Abeln gedreht und viele jagdvereine für das Buch begeistern können. Aber die größte und vielleicht herzlichste Reaktion auf das Buch war der Entschluss einer Kollegin, zusammen mit ihrem Hund die Jagdausbildung zu absolvieren Punkt mehr kann ein Autor jedenfalls für den Moment doch nicht erreichen! Glückauf mit der nächsten Auflage.

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Unser Autor Ingmar Krimmer im MOVO-Magazin: Stark für richtiges Handwerk mit Leidenschaft

Ingmar Krimmer hat eine Mission – er backt nicht nur Brötchen, Brot und andere Leckereien (obwohl er das für sich schon grandios macht). Er denkt weiter: Seine Mission ist es, die Menschen glücklich zu machen, ihnen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. In seiner Backstube geht es nicht ums Sattwerden (obwohl man das auch wird), hier geht es um Genuss!

Das MOVO-Magazin hat ihn einen ganzen und langen Tag begleitet, um herauszufinden, wie man vom Pfarrerssohn zum Bäckerjünger wird. Ein spannendes Porträt über 1.800 handgeschlungene Brezeln, das frühe Aufstehen und die Frage, was eigentlich ein gutes Brot ausmacht. In der nächsten Nummer folgt dann die Rezension unseres Backbuchs. Aber auch wenn wir unsere Bücher lieben: Sie sind immer nur halb so spannend, wie die Autorinnen und Autoren, die dahinterstecken.

Wer Ingmar Krimmer noch nicht kennt, hier die Geschichte hinter der Geschichte unseres großen Hohenloher Backbuchs:

Ingmar Krimmer wurde 1987 in Stuttgart geboren und wuchs als eines von zehn Kindern in einer Pfarrersfamilie auf. Schon früh entwickelte sich bei dem leidenschaftlichen Bäckermeister das Interesse am Backen und allem, was damit zusammenhängt.

Nach der klassischen Ausbildung und einigen Jahren im In- und Ausland betreibt Ingmar mit Frau Tanja die Krimmers Backstub’ in Untermünkheim. Backwaren in Endstufenqualität mit besonderem Geschmack und ausgeprägter Frischhaltung sind sein Markenzeichen. Vielfach wurde seine Bäckerei bereits für dieses besondere Konzept ausgezeichnet.

Angetrieben vom besonderen Brotaroma hat sich Ingmar Krimmer auf die Suche nach den besonderen Rezepten Hohenlohes und auch etwas darüber hinaus gemacht. Außerdem lüftet er das ein oder andere Geheimnis aus Krimmers Backstub’ und greift tief in die Anekdotenkiste und erzählt allerhand aus dem Alltag einer Familienbäckerei.

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Wolfskinder – Das Titelthema im aktuellen Rotary Magazin

So rührend und wichtig die Geschichte der ostpreußischen Kinder ist, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Litauen gerettet haben, so unbekannt ist sie nach wie vor. Deswegen setzt sich auch Rotary Deutschland dafür ein, die deutsch-litauische Geschichte in den Fokus zu nehmen. Aus Anlass unseres Buches hat Wolfgang von Stetten das aktuelle Titelthema geschrieben. In nuce das, worum es auch in seinem neuen Buch geht:

In das vom Krieg fast unberührte Ostpreußen fielen 1945 die sowjetischen Eroberungstruppen wie eine todbringende Dampfwalze ein. Gauleiter Erich Koch hatte die Flucht in den Westen verboten. Jetzt wurden die Fluchtwilligen vom Hagel der Bomben, dem Beschuss der Tiefflieger und der vorrückenden Panzer überrollt. Angestachelt von den Worten des russischen Schriftstellers Ilja Ehrenburg „Tötet, tötet, tötet!“ nahmen die siegestrunkenen Soldaten grausame Rache an den Verbrechen der Deutschen in ihrem Heimatland. Zehntausende Opfer waren Frauen, Greise und Kinder. Von den Überlebenden 200.000 starben anschließend 100.000 durch systematisches Aushungern.

10.000 bis 15.000 Jugendliche, Kinder und Kleinkinder flohen unter Lebensgefahr nach Litauen. Ein Großteil überlebte, von Ort zu Ort ziehend und in den Wäldern übernachtend, durch die Barmherzigkeit der Litauer. Zwischen 1948 und 1951 wurden viele Tausend von den sowjetischen Truppen aufgegriffen und in die DDR abgeschoben. Mehrere Hundert versteckten sich oder waren bei litauischen Familien als billige Arbeitskräfte oder auch Adoptivkinder untergekommen. In Litauen war es verboten, „Nazikinder“ aufzunehmen, und so mussten sie mit litauischen Namen ihre deutsche Identität verleumden. Viele durften keine Schule besuchen und rutschten so, ihre deutsche Sprache vergessend, an das Ende der sozialen Skala.

Immerhin 150 Euro pro Monat

Erst 1990/1991 durften sie ihre deutsche Abstammung wieder öffentlich machen und schlossen sich zum Verein „Edelweiß“ zusammen. Nachdem sie über 40 Jahre länger den Krieg verloren hatten als andere, glaubten sie, von ihrem Vaterland Deutschland freudig aufgenommen zu werden. Doch die anfängliche Feststellung des Innenministers Rudolf Seiters, dass sie ihre deutsche Staatsbürgerschaft nicht verloren hätten, wurde von den „Betonjuristen“ des Innenministeriums mit fadenscheinigen Begründungen torpediert. Nach fünf Jahren wurden sie mit den Aussiedlern gleichgestellt, deren Familien vor Jahrhunderten Deutschland freiwillig verlassen hatten, und mussten Anträge auf Einbürgerung stellen. Welch ein Hohn für die inzwischen 50 bis 60 Jahre alten Betroffenen, die noch immer unter dem Trauma der Kindheit litten.

Die Mitglieder der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe, deren Vorsitzender ich war, halfen so gut es ging. Der deutsche Staat lehnte eine finanzielle Unterstützung der ehemaligen Bettelkinder ab. So übernahmen wir Aufgaben des Staates. Die Spendenbereitschaft meines Rotary Clubs Bad Mergentheim brachte mich auf die Idee, sämtliche Rotary Clubs Deutschlands anzuschreiben. Wir suchten und fanden immer mehr ehemalige Wolfskinder, erst 100, bald 260. Wir begannen, ihnen monatlich 100 Litas (35 Euro) zu zahlen, und fanden weitere Paten aus dem Umkreis von Schloss Stetten über die Chaîne des Rôtisseurs, die Johanniter und die Rotarier. Innerhalb von vier Jahren konnten wir die Summe auf 150 Euro monatlich pro Wolfskind steigern. Insgesamt konnten so 1,4 Millionen Euro zwischen 2007 und 2020 ausbezahlt werden. Das sind für die heute noch Lebenden immerhin rund 20.000 Euro pro Person.

Wolfgang Freiherr von Stetten

Quelle: Rotary Magazin

Foto: © Sonya Winterberg