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Landesarchiv Baden-Württemberg: Online-Vortrag mit Jan Wiechert

Ein Freudenfest wird zur Tragödie, brennende Menschen rennen als lebende Fackeln durch Schloss Waldenburg und irgendwo scheint auch der Teufel seine Finger im Spiel zu haben … Die „Waldenburger Fastnacht“ gehört zu den großen Erzählungen innerhalb der hohenlohischen Geschichte. Jan Wiechert ist der Sache auf den Grund gegangen. In seinem Vortrag beleuchtet er die historischen Ereignisse von 1570 und zeigt auf, wie der Unglücksfall in Waldenburg erst zum frühneuzeitlichen Medienevent und später zur volkstümlichen Sage werden konnte.

Anmeldeinformationen unter:
https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/termine/70660

Die Teilnahme ist kostenlos. Es besteht die Möglichkeit, das Buch „Die Waldenburger Fastnacht“ von Jan Wiechert mit persönlicher Widmung zu erwerben.

Eine Veranstaltung des Hohenlohe-Zentralarchivs in Neuenstein in Kooperation mit Hohenlohe historisch. Freundeskreis des Hohenlohe-Zentralarchivs Neuenstein e.V.

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Freundschaftsutopie made im Ländle – 175 Jahre Ludwig Amandus Bauer

Ludwig Amandus Bauer starb im Mai vor 175 Jahren. Für uns bei Molino gehört er zu den ganz Großen aus der Region Hohenlohe im Speziellen und der deutschen Literatur im Allgemeinen! Zusammen mit Eduard Mörike hat er das Fantasiereich Orplid erfunden. Die beiden Freunde erdachten diese fiktive Südseeinsel während eines Spaziergangs von Tübingen nach Reutlingen – und machten daraus Weltliteratur.

Es entstanden viele Texte über Orplid, eine eigene Götterwelt, Geschichte und Kultur. So etwas wie Mittelerde und der „Herr der Ringe“, nur eben anno 1825. Kurt Oesterle hat zum ersten Mal die Hintergründe von Orplid recherchiert und erzählt uns, was hinter diesem Schreibprojekt zweier Freunde steckt. Im Buch „Der erste König von Orplid“ sind außerdem Werke des Künstlers Michael Klenk zu sehen, der aus Gold zahllose Ansichten von Orplid geschaffen hat.

Kurt Oesterle und Michael Klenk wollten schon vor langer Zeit zusammenarbeiten, beide stammen aus Oberrot. Doch nur ein einziges Mal – vor 40 Jahre – hat es geklappt. Michael Klenk illustrierte eine Kurzgeschichte von Oesterle, in der es um ein kolossales Angsterlebnis aus der Kindheit ging.

Erst das Orplid-Projekt hat die beiden wieder zusammengebracht. Ausgerechnet Orplid, das ja selbst eine Gemeinschaftsproduktion zweier Freunde, Eduard Mörikes und Ludwig Bauers, war. Wenn man eines von Orplid, dieser merkwürdigsten Erscheinung der deutschen Literatur, lernen kann, dann ist es dies: Ebenso wie das Leben Einfluss auf die Literatur hat, so wirkt die Literatur auf unser Leben zurück.

Bild: © Michael Klenk

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Köstliche Rezension in der taz: Hassen Sie Autos, Herr Minister?

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann wurde gern als Autogegner dargestellt. Doch nun der Schock: Er ist gar keiner.

Wer Kulturkämpfe führen will, hat keine oder schlechte Argumente in der Sache, das gilt für alle Ideologien und politischen Parteien. Im speziellen Fall der CDU Baden-Württemberg war es so, dass sie sich den Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann zum Staatsfeind Nr. 1 auserkoren hatte. Vorwurf: Fährt Fahrrad. Hasst Autos. Richtig ist, dass er Fahrrad fährt. Beruflich saniert er dagegen jede Mengen Straßen für den Autoverkehr, weil aus den alten Zeiten der CDU-Regierung sehr, sehr viel liegen geblieben ist.

Aber etwas bleibt immer hängen, und so werden einige Leute bass erstaunt sein über das Geheimnis, dass Hermann, 68, nun in seiner autobiografisch-politischen Mobilitätsgeschichte „Und alles bleibt anders“ (Molino-Verlag) enthüllt: Er sei nicht nur „kein Feind des Autos und der Autoindustrie“, er wuchs in Rottenburg am Neckar als Autonarr auf. War komplett fixiert auf ein eigenes Auto und fuhr eines mit dem 18. Geburtstag – einen Ford Taunus 12 M, den er seinen Eltern abgeschwatzt hatte.

Hermann, langjähriger Verkehrsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, war 2011 in die erste Kretschmann-Regierung gewechselt und bearbeitet dort seither mit dem Klima- und Umweltminister Franz Untersteller den grünen Transformationskern.

Landespolitische Fortschritte sind meist nur mit sehr genauem Blick zu bemessen, aber bei Hermann ist das anders: Er saniert nicht nur Straßen, er hat von der Ladeinfrastruktur für Elektroautos über den öffentlichen Nahverkehr bis zu einer bundesweit führenden Fahrradstrategie Sichtbares und Spürbares aufzuweisen. Er hole vielleicht nicht die Stimmen, sagt ein landespolitischer Insider, sei aber „klar der Aktivposten der grünen Regierung“. Und massiert mit seiner Arbeit die grüne Parteiseele.

„In der Sache habe ich eine lange Bilanz dessen, was wir hingekriegt haben“, sagt er am Telefon, „aber wenn ich die Klimabilanz sehe, bin ich frustriert.“ Fahrradförderung, Radwege, Stadtbahn, Kombiticket, das alles verändert menschliche Lebensräume zum Besseren. Aber, sagt Hermann, „solange fossile Autos und Lkws massenhaft da sind und auf nationaler und europäischer Ebene die Rahmenbedingungen das begünstigen, werden wir im Klimaschutz nicht erfolgreich sein.“

So skizziert er in seinem Buch etwa die Elek­trifizierung der Autobahn für den Gütertransport oder erklärt, dass er für die Maut ist, um den Klimaschaden zu bepreisen.

Während er in den ersten Jahren, auch wegen Stuttgart 21, tatsächlich das Lieblingsschreckgespenst der damals oppositionellen CDU abgab, hat sich das längst geändert. Schon vor der letzten Wahl sprachen die Leute in Umfragen den regierenden Grünen die höchste Problemlösungskompetenz im Bereich Verkehr zu.

Was zum einen bedeuten kann, dass der anfangs etwas arglose Hermann cleverer geworden ist. Zum Zweiten, dass er mit seiner modernisierten Mobilitätspolitik schlicht die Mehrheitsgesellschaft vertritt. Und zum Dritten, dass die Zeit der inszenierten Blockade durch Autobahnfreiheitsgewinsel zu Ende geht.

Im Gegensatz zu Umweltminister Untersteller stellt sich Winfried Hermann erneut zur Wahl. Er habe, sagt er, zu denen gehört, die Ministerpräsident Kretschmann ausdrücklichst gebeten hatten, weiterzumachen. „Damit war für mich klar, dass ich auch weitermache.“ Wenn er seinen Stuttgarter Wahlkreis erneut und diesmal gegen die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann gewinnt, kann derweil deren Karriere an diesem Sonntag zu Ende sein.

(taz, Peter Unfried, 13. März 2021, https://taz.de/Die-Gruenen-und-die-Autos/!5754532/)

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Die Brotpuristen – Support für Ingmar Krimmer und „Das große Hohenloher Backbuch“

Sebastian Däuwel von der Pfälzer Kultbäckerei „Die Brotpuristen“ schreibt das Vorwort für das meisterhafte Werk von Ingmar Krimmer, das im Juni bei Molino erscheinen wird. Das Motto von „Das große Hohenloher Backbuch“ lautet: „Tradition ist, was du daraus machst!“ Im Buch verrät Ingmar seine Lieblingsrezepte, Urhohenlohisches, aber auch ganz untypische und neue Backrezepte, die das Zeug zum Klassiker haben.

Über den Support von Sebastian Däuwels „Brotpuristen“ freuen wir uns bei Molino so sehr, weil auch die Brotpuristen alles anders gemacht haben. 2015 hat der Vordenker der Bäckerei seinen Job gekündigt, um sein Hobby zum Beruf zu machen. Aber schnell war klar: Einen „klassichen“ Bäckereibetrieb will er nicht aufziehen. Stattdessen setzte er wichtige Impulse für die gesamte Branche: keine Nachtarbeit, keine Wochenendarbeit, verkürzte Öffnungszeiten des Ladens.

Die inzwischen 15 Angestellten fangen wie „normale“ Arbeiter morgens Ihren Dienst an – die fertigen Brote gibt es dann zwischen 14 und 18 Uhr. So wird der Bäckerberuf wieder attraktiv und vereinbar mit dem Privat- und Familienleben. Das „Schnell, Immer und Billig“ überlassen die Brotpuristen den Discountern – sie produzieren lieber nachhaltig und mit Spaß am Backen.

Das schmeckt man! Danke für euren Support!

Foto: © Die Brotpuristen

Mehr Infos: http://www.diebrotpuristen.de

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Osiander – Das Jubiläumsbuch von Deutschlands ältester Buchhandlung

Arbeit an der Geschichte des Buchs und der Buchhandlung: Unser Autor Günther Fetzer erzählt mit der Unternehmensgeschichte von Osiander zugleich eine Geschichte des Buchhandels, der Buch- und Lesekultur in Deutschland. Das Buch erscheint im September und ist ab jetzt vorbestellbar, bei uns oder in jeder Filiale der Osianderschen Buchhandlung.

1596. William Shakespeare schreibt am „Sommernachtstraum“, Johannes Keppler veröffentlicht sein erstes, bahnbrechendes Werk und ein Poetik-Professor eröffnet in Tübingen eine Druckerei. Damit beginnt die beeindruckende Geschichte der Osianderschen Buchhandlung. Sie führt von der Zeit des aufblühenden Buchhandels bis in die Gegenwart der Digitalisierung und zeigt: Das Familienunternehmen Osiander, seit 425 Jahren in Privatbesitz, bewegte sich schon immer zwischen Tradition und Moderne.

Wir freuen uns ganz besonders, dass die Inhaberfamilie Riethmüller die Geschichte ihrer Buchhandlung mit unserem jungen Verlag veröffentlicht. Für uns hat die Reise durch die Welt der Bücher ja erst begonnen!

Foto: © Osiandersche Buchhandlung

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Auf Windsor – Eine große Ehre für unseren Herausgeber Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg

Wer sich in Hohenlohe auskennt, weiß um die nahe Verwandtschaft des englischen Königshauses zu Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg. Im Deutschen Automuseum, zu dessen 50. Geburtstag Fürst Philipp den Band „Motorsporthelden“ bei Molino herausgegeben hat, sind auch gerne mal die eleganten Limousinen von Windsor zu sehen. Und Prinz Charles ist ein gern gesehener Gast auf Schloss Langenburg.

Was man im deutschen Südwesten weiß, ist aber für die restliche Welt nicht selbstverständlich. Und so fragte sich etwa „The Sun“, wer denn dieser Fürst ist, der zur Beisetzung von Prinz Philipp als einer von 30 Gästen geladen war. So viel ist klar: Prinz Philipp war es ein großes Anliegen, dass bei seiner Beerdigung auch der Enkel seiner Schwester anwesend ist.

Der „Heilbronner Stimme“ sagte Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg über die Trauerfeier seines Großonkels: „Es ist eine große Ehre, meinen Großonkel Prinz Philip auf seinem letzten Weg begleiten zu dürfen. Respektvoll verneige ich mich vor seiner beeindruckenden Lebensleistung und werde ihn als bewundernswerten Menschen in Erinnerung bewahren.“

Foto: © Schloss Langenburg

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Frühling mit Roland Bauer – Die besondere Retrospektive

Wegen der Schließung aller Museen war die große Ausstellung unseres Fotografen Roland Bauer nur eine Woche zu sehen. Das Residenzschloss zeigte seine Arbeiten aus 50 Jahren, darunter viele längst berühmte Bilder. Zum Glück hat das SWR einen Beitrag über die Veranstaltung gedreht, so wissen wir wenigstens, was wir alle verpasst haben …

Bei Molino hat Roland Bauer bereits beim Buch über die Kochertalbrücke mitgewirkt und die große Wildblumen-Edition mit Buch, Postkartenset und Kalender herausgegeben. Über fünf Jahre hat er sich auf die Suche nach den schönsten wilden Blumen und Gewächsen in Hohenlohe gemacht. Wie schon bei seinen ersten Arbeiten über aussterbendes Handwerk geht es ihm darum, etwas zu bewahren, was bedroht ist: große Wildtulpenwiesen, Orchideen, die einfach so im Wald stehen, Trockenwiesen mit zahllosen Farbnuancen.

In diesem Frühjahr freuen wir uns ganz besonders über das Buch und das Blühen draußen auf den Wiesen. Spazierengehen – das hat sich ja gerade bewährt, wo doch vieles andere nicht möglich ist.

Frühling hat immer geöffnet. Danke dir, Roland Bauer!

Foto: © SWR

Hier geht’s zum Film: Die Magie der Vergänglichkeit

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Claudia Roth: Erinnerung an Unrecht wachhalten

Als unser Buch von Karl Adolf Groß veröffentlicht wurde, hätten wir nie zu träumen gewagt, dass es tatsächlich eine Wirkung entfalten würde. Aber wir haben uns getäuscht, zum Glück! Am Karfreitag 2021 wurde an ihn auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau erinnert. Wegen Corona konnte der Gottesdienst nicht öffentlich stattfinden, aber die Versöhnungskirche Dachau hat einen schönen Film der Veranstaltung produziert und unser Kollege Matthias Slunitschek hat ihn für die Südwestpresse besprochen:

Karfreitag 1945 im Konzentrationslager Dachau. Mitten in der Predigt heulen die Sirenen auf. „Lichter aus!“, schreien Wachleute und räumen den Pfarrerblock.
Karl Adolf Groß hielt Szenen wie diese in seinem heimlich geführten Tagebuch fest. Über fünf Jahre saß der in Schwäbisch Hall geborene Theologe und Widerstandskämpfer in Haft.
Er hatte über eine halbe Millionen Kunstpostkarten verteilt. Sie beziehen subtil, aber eindeutig Stellung gegen den Nationalsozialismus. Eine Karte zeigt einen Spruch aus der Karfreitagspredigt 1936 von Martin Niemöller: „Das Kreuz steht da, weil Gott es dahingestellt hat in die Mitte zwischen ihn und uns, dies eine Kreuz und kein anderes, das wir uns auswählen könnten.“
Karfreitag 2021 in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Pfarrer Björn Mensing und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth stehen auf einem tristen Platz. Im Hintergrund sind die ehemaligen Wachtürme zu sehen. Hier stand einstmals Block 26, der Pfarrerblock. Pfarrer Mensing hält ein Bild von Karl Adolf Groß in Händen, die Grünen-Politikerin ein Bild ihres Weggefährten Rio Reiser.

Was den Haller Widerstandskämpfer mit dem Rocksänger verbindet? Beide konnten ihre sexuelle Identität nicht offen leben: Groß verlor seine Pfarrstelle, wurde schließlich wegen Homosexualität angeklagt, kam glücklicherweise mit einer Geldstrafe davon. Rio Reiser litt noch in den Siebzigerjahren darunter, dass Partner ihre Beziehung aus Scham und Angst nicht öffentlich machten.
Mit dem diesjährigen Karfreitagsgottesdienst setzt die Versöhnungskirche auf der KZ-Gedenkstätte ein starkes Zeichen – für Toleranz und sexuelle Diversität, gegen Diskriminierung und Vergessen. Das ist umso bemerkenswerter, als momentan in beiden christlichen Kirchen heftig über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare diskutiert wird.
Pfarrer Mensing betont zu Beginn des Gottesdienstes, dass es nicht selbstverständlich sei, in einer Kirche an Groß und Reiser zu erinnern: „Die Kirche hat sich über Jahrhunderte wesentlich an der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung insbesondere homosexueller Menschen beteiligt.“
Auch Claudia Roth nutzt den Gottesdienst für ein klares Statement. Sie setzt sich seit Jahren für die Rehabilitierung von Schwulen und Lesben ein – vor und nach 1945. Roth schäme sich dafür, dass Überlebende des Nazi-Terrors und Hinterbliebene so lange für die Anerkennung ihres Leids kämpfen mussten. Dass die Anerkennung viel zu spät komme, treffe besonders auf Menschen zu, die wegen ihrer sexuellen Identität verfolgt wurden. „Umso wichtiger ist es, dass heute im Gottesdienst an den Theologen und Publizisten Karl Adolf Groß erinnert wird, verfolgt weil er politischen Widerstand geleistet hat, verfolgt aber auch, weil er schwul war.“

Die Erinnerung an das Unrecht wachhalten, das ist die Aufgabe dieses Karfreitagsgottesdienstes. Damit rücken Pfarrer Björn Mensing und Claudia Roth den Schwäbisch Haller Karl Adolf Groß neu in den Blick – seine Leidensbiografie, aber auch sein Werk als Publizist und Zeitzeuge.
In seinen Aufzeichnungen und Erinnerungen, die unter dem Titel „Zweitausend Tage Dachau“ erschienen sind, erinnert sich Karl Adolf Groß immer wieder an seine Heimatstadt Schwäbisch Hall. So auch als polnische Gefangene nach der Befreiung des Konzentrationslagers im Mai 1945 ein Kreuz errichten.
„Das Christuskreuz, über Nacht ist es wie aus dem Boden gewachsen, ein Menetekel für die Ungläubigen … Das ist einer der bewegendsten Augenblicke meines Lebens, der sich würdig anreiht an die Feier des ersten Abendmahles in St. Michael, und das größte Lagererlebnis, größer als die Stunde der Befreiung! Wie weggeblasen ohne Spur das Hakenkreuz!“

Kurzfassung des Gottesdienstes zum Karfreitag auf YouTube:

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Mehr dazu:

Evangelisch.de Wie neu geboren!
Süddeutsche KZ-Gedenkstätte Dachau – Messe für homosexuelle KZ-Häftlinge

Fotos: Evangelische Versöhnungskirche Dachau

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Weltmarktführer: die unglaubliche Geschichte einer einst armen Region

Unser Autor Walter Döring hat auf seine einmalige Art die unglaubliche Wirtschaftsgeschichte der Region Schwäbisch Hall-Hohenlohe beschrieben. Einst war sie eine Agrarlandschaft, die man in Stuttgart auch gerne mal Württembergisch Sibirien genannt hat. Heute sieht das längst anders aus! Schwäbisch Hall-Hohenlohe gehört zu den wichtigsten industriellen Zentren weltweit mit der höchsten Dichte von Unternehmen, die in ihrem Bereich als Weltmarktführer einzustufen sind.

Seit über einem Jahrzehnt setzt sich Walter Döring mit seinem „Gipfeltreffen der Weltmarktführer“ für die weitere Vernetzung deutscher Unternehmen ein, ganz nach dem Motto: von den Besten lernen. Für sein Buch, das Ende 2021 erschienen und das grundlegende Werk zum Thema ist, hat er auch die geradezu rührende Geschichte der Top-Unternehmer Würth, Berner und Sturm aufgeschrieben. Drei Schüler einer Realschulklasse, die auf engstem Raum zu Inhabern von Milliarden-Konzernen wurden. Hier als exklusive Leseprobe:

Die Region Schwäbisch Hall-Hohenlohe ragt neben dem Großraum München und der Region Bonn-Rhein-Sieg bekanntermaßen nicht allein aufgrund der großen Zahl ihrer hier beheimateten Weltmarktführer heraus, sondern hat unter diesen auch noch eine nicht nur bundesweite, sondern sogar weltweit einmalige Besonderheit aufzuweisen: Gleich drei Schulkameraden –„drei aus einer Klasse“ – haben jeder eine Firma entweder sehr früh übernommen oder gegründet und sie jeweils zu einem weltweit führenden Unternehmen auf- und ausgebaut. Wer das war? Von der zweiten bis zur vierten Grundschulklasse saßen sie gemeinsam in Künzelsau auf der Schulbank.

Die „Drei aus einer Klasse“ sind Albert Berner, der 1957 sein gleichnamiges Unternehmen gründete, Gerhard Sturm, der 1963 den Grundstein für die ebm-papst-Gruppe legte, und Reinhold Würth, der 1954 mit gerade einmal 19 Jahren die 1945 von seinem Vater Adolf Würth gegründete „Großhandelsfirma für Schrauben und Muttern“ übernahm.

Martin Scheele (Der ewige Zweite, Manager Magazin, 21.9.2005) zufolge waren die Wege dieser drei Unternehmerpersönlichkeiten vorgezeichnet: „Der eine sollte Pfarrer (Sturm), der nächste Schulmeister (Würth) und der dritte Metzger (Berner) werden. Doch es kam anders.“

Auf die Frage, was der Antrieb dazu war, dass „es anders kam“, antwortete Gerhard Sturm in einem Interview mit dem Magazin „Impulse“: „Wir waren eine Kriegsgeneration, wir sind in ganz, ganz schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, hatten Sehnsucht nach Dingen, die es nicht gab. Und wenn es nur Süßigkeiten oder Orangen waren. Wir waren alle von einem getrieben: Wir wollten es mal besser haben. Das war die innere Triebfeder, die Zeit hat uns geholfen. Stichwort Wirtschaftswunder.“ Albert Berner führte dazu im selben Gespräch aus: „Wir hatten einmal im Jahr einen schönen Abend, das war der Heilige Abend. Mein Vater hat Metzgerei und Wirtschaft zugemacht, wir haben Karten gespielt und Würstchen mit Kartoffelsalat gegessen. Wir haben meine Eltern sonst nie gesehen. Die Kerle saßen da und haben bis Mitternacht gesoffen. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Mein Traum war ein Auto – ein kleiner Topolino – ein kleines Häuschen und eine schöne Frau. Dafür habe ich geschuftet.“

Und wie waren sie damals so als Jungs, was für Charaktere, in und kurz nach ihrer Schulzeit? Gerhard Sturm: „Ich war ein typischer Spätzünder, Albert war ein junger Wilder.“ Albert Berner: „Reinhold Würth war ein zurückhaltender Junge mit Kamera um den Hals. Er hat gern fotografiert. Reinhold war nicht wie wir, er ist nicht mit auf den Sportplatz gegangen und war zurückgezogen.“ Gerhard Sturm: „Er war eben ein netter junger Mann.“

Foto: Walter Döring im Kreis großer Familienunternehmen – Frau Leibinger-Kammüller von TRUMPF, Herr Bühler von OPTIMA und Professor WÜRTH.

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Alles bleibt anders – Die (Erfolgs-)Geschichte des ersten grünen Verkehrsministers

Nach einem Wahlmarathon, der dieses Mal digital ablief, und vielen, vielen Online-Lesungen aus „Und alles bleibt anders“ konnte Winfried Hermann seine wichtigen Anliegen in Sachen Mobilität sehr gut platzieren. Molino gratuliert zum Wahlerfolg (39,8 Prozent gegenüber Susanne Eisenmann mit 21,7 Prozent) mit einem kleinen Presserückblick!

 „Der Grüne Verkehrsminister von Baden-Württemberg und Prügelknabe der CDU mit einer persönlich-politischen Geschichte der Verkehrswende – an der er seit vielen Jahren arbeitet.“ (taz futurzwei)

„Als Enkel eines Bahnspediteurs erzählte Hermann von seinem persönlichen Erleben des Mobilitätswandels im Umfeld des Rottenburger Güterbahnhofs. Er erinnerte an rußende Dampfloks, das Pferdefuhrwerk der Familie, den Kohlelaster des Opas. Daran, wie sich in den sechziger Jahren die Transportwelt rasant veränderte und der Siegeszug des Autos den Schienenverkehr zurückdrängte. Lokführer wollte der kleine Winfried nie werden: wenn schon nicht Rockstar, dann eben Transportminister im Auto-Ländle.“ (Heilbronner Stimme)

„Der Minister wird Autor: Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann hat ein Buch geschrieben, über Mobilität und Verkehrswende, verknüpft mit seiner Lebensgeschichte. Darin geht es, natürlich, unter anderem um Stuttgart 21, aber auch um sein gewandeltes persönliches Verhältnis zum Auto.“ (Kontext)

Verkehrsminister Winfried Hermann hat ein ebenso persönliches wie politisches Buch über den Wandel der Mobilität geschrieben. (Südwestpresse)

„Das längste Kapitel in Hermanns Buch ist übrigens Stuttgart 21 gewidmet, aber sein Werk ‚Stuttgart 51‘ zu nennen, wie es der herausgebende Molino-Verlag vorgeschlagen hatte, dazu hatte Hermann auch keine Lust. Im Schlusskapitel entwirft er immerhin eine Vision von der Stadt Stuttgart im Jahre 2051, wenn er 99 Jahre alt sein wird: Straßenkreuzungen würden wieder ‚kunstvoll und grün gestaltete öffentliche Räume sein‘, der Schlossgarten hätte sich ausgedehnt auf die B 14 und ‚oben parken‘ – also außerhalb von Tiefgarage – sei ziemlich teuer und nur was für Umzüge und Notfälle. Die Stadt werde etwas anderes sein als ‚Transitstrecke, Büropool und Einkaufsmeile‘ – sie werde wieder lebendig. Und dann überrascht Hermann noch mit einer Vision: Es werde im Jahr 2051 sicher über ‚den geplanten Abriss des Bankenviertels‘ auf dem ehemaligen Güterbahnhof von Stuttgart debattiert – das wäre dann nur rund 50 Jahre nach der Eröffnung des LBBW-Neubaus am Bahnhof. Das Publikum im Theaterhaus – nur 70 durften corona-bedingt kommen – applaudierte.“ (Stuttgarter Zeitung)

„ ‚Und alles bleibt anders‘ heißt das neue Buch des grünen Verkehrsministers, eine während des Corona-Lockdowns verfasste geistreiche Geschichte eigener Mobilität – immer auch unterwegs auf den Spuren, die seine Partei seit mehr als vier Jahrzehnten in Baden-Württemberg hinterlässt. Und dazu outet er sich als einer, der in den 70er-Jahren ein richtiger Autofreak war: ‚Das Auto bedeutete nicht nur Mobilität, es war auch der erste Privatraum, den man sein Eigen nennen konnte, und so nutzte ich ihn auch – zum Knutschen.‘“ (Badische Zeitung)

Das Buch wurde im Oktober 2020 das erste Mal vorgestellt – im Rahmen einer Lesung mit Bestseller-Autor Wolfgang Schorlau im Theaterhaus Stuttgart.

Foto: Winne Hermann in Jugendjahren mit seinem ersten Auto, © Winfried Hermann

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