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Unser Autor Ingmar Krimmer im MOVO-Magazin: Stark für richtiges Handwerk mit Leidenschaft

Ingmar Krimmer hat eine Mission – er backt nicht nur Brötchen, Brot und andere Leckereien (obwohl er das für sich schon grandios macht). Er denkt weiter: Seine Mission ist es, die Menschen glücklich zu machen, ihnen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. In seiner Backstube geht es nicht ums Sattwerden (obwohl man das auch wird), hier geht es um Genuss!

Das MOVO-Magazin hat ihn einen ganzen und langen Tag begleitet, um herauszufinden, wie man vom Pfarrerssohn zum Bäckerjünger wird. Ein spannendes Porträt über 1.800 handgeschlungene Brezeln, das frühe Aufstehen und die Frage, was eigentlich ein gutes Brot ausmacht. In der nächsten Nummer folgt dann die Rezension unseres Backbuchs. Aber auch wenn wir unsere Bücher lieben: Sie sind immer nur halb so spannend, wie die Autorinnen und Autoren, die dahinterstecken.

Wer Ingmar Krimmer noch nicht kennt, hier die Geschichte hinter der Geschichte unseres großen Hohenloher Backbuchs:

Ingmar Krimmer wurde 1987 in Stuttgart geboren und wuchs als eines von zehn Kindern in einer Pfarrersfamilie auf. Schon früh entwickelte sich bei dem leidenschaftlichen Bäckermeister das Interesse am Backen und allem, was damit zusammenhängt.

Nach der klassischen Ausbildung und einigen Jahren im In- und Ausland betreibt Ingmar mit Frau Tanja die Krimmers Backstub’ in Untermünkheim. Backwaren in Endstufenqualität mit besonderem Geschmack und ausgeprägter Frischhaltung sind sein Markenzeichen. Vielfach wurde seine Bäckerei bereits für dieses besondere Konzept ausgezeichnet.

Angetrieben vom besonderen Brotaroma hat sich Ingmar Krimmer auf die Suche nach den besonderen Rezepten Hohenlohes und auch etwas darüber hinaus gemacht. Außerdem lüftet er das ein oder andere Geheimnis aus Krimmers Backstub’ und greift tief in die Anekdotenkiste und erzählt allerhand aus dem Alltag einer Familienbäckerei.

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Wolfskinder – Das Titelthema im aktuellen Rotary Magazin

So rührend und wichtig die Geschichte der ostpreußischen Kinder ist, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Litauen gerettet haben, so unbekannt ist sie nach wie vor. Deswegen setzt sich auch Rotary Deutschland dafür ein, die deutsch-litauische Geschichte in den Fokus zu nehmen. Aus Anlass unseres Buches hat Wolfgang von Stetten das aktuelle Titelthema geschrieben. In nuce das, worum es auch in seinem neuen Buch geht:

In das vom Krieg fast unberührte Ostpreußen fielen 1945 die sowjetischen Eroberungstruppen wie eine todbringende Dampfwalze ein. Gauleiter Erich Koch hatte die Flucht in den Westen verboten. Jetzt wurden die Fluchtwilligen vom Hagel der Bomben, dem Beschuss der Tiefflieger und der vorrückenden Panzer überrollt. Angestachelt von den Worten des russischen Schriftstellers Ilja Ehrenburg „Tötet, tötet, tötet!“ nahmen die siegestrunkenen Soldaten grausame Rache an den Verbrechen der Deutschen in ihrem Heimatland. Zehntausende Opfer waren Frauen, Greise und Kinder. Von den Überlebenden 200.000 starben anschließend 100.000 durch systematisches Aushungern.

10.000 bis 15.000 Jugendliche, Kinder und Kleinkinder flohen unter Lebensgefahr nach Litauen. Ein Großteil überlebte, von Ort zu Ort ziehend und in den Wäldern übernachtend, durch die Barmherzigkeit der Litauer. Zwischen 1948 und 1951 wurden viele Tausend von den sowjetischen Truppen aufgegriffen und in die DDR abgeschoben. Mehrere Hundert versteckten sich oder waren bei litauischen Familien als billige Arbeitskräfte oder auch Adoptivkinder untergekommen. In Litauen war es verboten, „Nazikinder“ aufzunehmen, und so mussten sie mit litauischen Namen ihre deutsche Identität verleumden. Viele durften keine Schule besuchen und rutschten so, ihre deutsche Sprache vergessend, an das Ende der sozialen Skala.

Immerhin 150 Euro pro Monat

Erst 1990/1991 durften sie ihre deutsche Abstammung wieder öffentlich machen und schlossen sich zum Verein „Edelweiß“ zusammen. Nachdem sie über 40 Jahre länger den Krieg verloren hatten als andere, glaubten sie, von ihrem Vaterland Deutschland freudig aufgenommen zu werden. Doch die anfängliche Feststellung des Innenministers Rudolf Seiters, dass sie ihre deutsche Staatsbürgerschaft nicht verloren hätten, wurde von den „Betonjuristen“ des Innenministeriums mit fadenscheinigen Begründungen torpediert. Nach fünf Jahren wurden sie mit den Aussiedlern gleichgestellt, deren Familien vor Jahrhunderten Deutschland freiwillig verlassen hatten, und mussten Anträge auf Einbürgerung stellen. Welch ein Hohn für die inzwischen 50 bis 60 Jahre alten Betroffenen, die noch immer unter dem Trauma der Kindheit litten.

Die Mitglieder der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe, deren Vorsitzender ich war, halfen so gut es ging. Der deutsche Staat lehnte eine finanzielle Unterstützung der ehemaligen Bettelkinder ab. So übernahmen wir Aufgaben des Staates. Die Spendenbereitschaft meines Rotary Clubs Bad Mergentheim brachte mich auf die Idee, sämtliche Rotary Clubs Deutschlands anzuschreiben. Wir suchten und fanden immer mehr ehemalige Wolfskinder, erst 100, bald 260. Wir begannen, ihnen monatlich 100 Litas (35 Euro) zu zahlen, und fanden weitere Paten aus dem Umkreis von Schloss Stetten über die Chaîne des Rôtisseurs, die Johanniter und die Rotarier. Innerhalb von vier Jahren konnten wir die Summe auf 150 Euro monatlich pro Wolfskind steigern. Insgesamt konnten so 1,4 Millionen Euro zwischen 2007 und 2020 ausbezahlt werden. Das sind für die heute noch Lebenden immerhin rund 20.000 Euro pro Person.

Wolfgang Freiherr von Stetten

Quelle: Rotary Magazin

Foto: © Sonya Winterberg

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Dr. Lisa Federle, Deutschlands bekannteste Notärztin, im Gespräch mit unserem Autor Dr. Walter Döring, Wirtschaftsminister a. D.

Mittwoch, 7. Juli 2021, Beginn 19:30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Die Veranstaltung findet im Neubausaal, Schwäbisch Hall, statt.  

Wie weiter nach dem erfolgreichen „Tübinger Modell“? Diese Frage diskutieren Dr. Lisa Federle und Dr. Walter Döring bei dieser Veranstaltung, die unter Einhaltung der geltenden Corona Richtlinien mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden wird. Eine Einführung zur Diskussion gibt Dr. Markus Knapp, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin.

Lisa Federle ist die bekannteste Notärztin Deutschlands. Sie wurde mit Christian Drosten vom Bundespräsidenten für die Corona-Bekämpfung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und ist maßgeblich mitverantwortlich für das national wie international beachtete erfolgreiche „Tübinger Modell“.

„Ich wünsche mir im Sozialministerium Menschen, die etwas von der Pandemie verstehen.“ Auf Pragmatismus und Entscheidungsfreudigkeit komme es an. „Es gibt zu viele Bedenkenträger“, findet sie. „Das sind jene, die in der Krise nur Gesetzbücher wälzen.“

Foto © Akademie Deutscher Weltmarktführer

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Glückwunsch! Wolfgang von Stetten erhält das Großkreuz des Gediminas-Ordens

Seit über 30 Jahren setzt sich unser Autor Wolfgang von Stetten für die sogenannten Wolfskinder ein, für eine bemerkenswerte Gruppe vergessener Kriegsopfer: für die einstigen Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg hilf- und elternlos durch die ostpreußischen Wälder nach Litauen geflohen sind und dort ein neues Zuhause gefunden haben.

Oft fehlte es aber an Entwicklungschancen, an Bildung, an finanziellen Mitteln, um ein gutes Leben zu führen. Später fehlte es vor allem an einem: an der Anerkennung ihres Schicksals.

Was der deutsche Staat in Zeiten der Wiedergutmachung verpasst hatte, organisierte Wolfgang von Stetten. Bis heute erhalten die noch lebenden Kinder von damals eine Rente der Stauder Stiftung, die Wolfgang von Stetten initiierte und bis heute verantwortet. Er setzt sich stark dafür ein, dass dieses Kapitel der deutsch-baltischen Geschichte nicht vergessen wird.

In seinem Buch „Wolfskinder – Glücksmomente“, das am 30. Juli bei molino erscheint, zeigt er auf, was in den letzten drei Jahrzehnten notwendig war, dass heute das Schicksal von Menschen bekannt ist, die ansonsten vergessen worden wären.

Im Juli 2021 erhielt Wolfgang von Stetten für seine soziales Lebenswerk das Großkreuz des Gediminas-Ordens von Staatspräsident Gitanas Nausėda überreicht. Eine verdiente Geste, die noch einmal unterstreicht: gemeinsame Geschichte verpflichtet!

Foto © Schloß Stetten

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Der Gaumen-Countdown läuft: Bald erscheint das Meisterwerk von Ingmar Krimmer

Wer ein Buch schreibt, der hat viel zu tun. Vor allem, wenn es sein erstes ist! Über ein Jahr hat Ingmar Krimmer mit seiner Co-Autorin Renate Ehrenfried an einem kleinen großen Meisterwerke gearbeitet: Das große Hohenloher Backbuch, mit über 50 Rezepten, mit wunderschönen Fotos von David Haas, aufgenommen in den Designerküchen von NeueRäume – vor allem aber mit vielen Tipps, die das Leben einfacher machen

Selten haben wir so ein engagiertes Autorenteam gesehen, denn jedes Rezept wurde Dutzende Male ausprobiert, verfeinert, anderen zum Gegenprüfen gegeben. Mit den exakten Mengen- und Zeitangaben und dem großen Apell, den Gebäcken viel Zeit zu geben, hat man alles an der Hand, um selbst ein Profi zu werden.

Ingmar Krimmer ist Bäcker und Sommelier aus Leidenschaft: Er wollte nicht irgendein Handwerk lernen, sondern mit einfachsten Mitteln den Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Er steht für Regionalität, Qualität und echte Handarbeit. Für ein gutes Brot braucht es keine Zusätze oder Fertigprodukte, es reichen Mehl, Wasser und Salz. So einfach ist das – und so, so vielfältig. Das zeigt Ingmar in seinem großen Debüt. Für den deutschen Südwesten und weit darüber hinaus wird dieses Buch sicher ein Erfolg.

Wir von Molino wünschen dir alles Gute für dein Buch, lieber Ingmar. Es ist jetzt unterwegs nach Regensburg, wo es gedruckt, wunderschön gebunden und geprägt wird. Guter Inhalt braucht eine gute Form. Das weiß der Bäcker – und auch sein Verlag.

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Das Gartenphaeton aus Schwetzingen – Oder das Beste von den staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württembergs

Kathleen Uttrodt veröffentlichte im letzten Jahr ihren Denkmalreiseführer – hier lässt sie zwei junge Helden zehn wunderschöne Schlösser und Klöster in Baden-Württemberg besuchen. Ihre Mission ist es, junge Menschen für alte Orte zu begeistern. Dafür entwickelte sie ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Konzept: Ben und Ronja stellen die richtigen Fragen und bekommen profunde Antworten. Frei nach Goethe: „Man sieht nur, was man weiß.“ Das ist der wirklich andere Reiseführer mit Geschichten statt Fakten und schönen und schlauen Szenen. Wie dieser hier in Schwetzingen.

… Echtheit und Natürlichkeit kamen in Mode, auch in der Gartenkunst. Darum schickte Kurfürst Carl Theodor den Sohn seines Hofgärtners nach England. Die Ideen, mit denen Friedrich Ludwig Sckell zurückkam, waren revolutionär: geschwungene Wege statt der schnurgeraden im französischen Garten. Bäume, Sträucher und Seen, die wie unberührte Natur aussehen.

„Da musste der Kurfürst aber ganz schön weit laufen durch seinen großen Garten!“, bemerkt Ronja.

Für Kurfürst Carl-Theodor kaufte sein Gartenarchitekt Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb.

„Was?“ Ronja versteht kein Wort. Ben knufft sie in die Seite.

„Verzeihung: Wie bitte?“

Man kann es sich vorstellen wie eine Kutsche ohne Pferde – also ein Wagen mit Null PS.

„Und ohne Pferdeäpfel!“, grinst Ben.

Vorn saß der Kurfürst und lenkte. Hinter ihm musste ein Diener, also ein Lakai zwei Bretter abwechselnd nach unten treten – das diente dem Antrieb der Räder.

„Dann war es fast so was wie eine Fahrrad-Rikscha?“, überlegt Ronja.

So ähnlich. Der Muskelkraftwagen ist heute im Schloss Nymphenburg bei München ausgestellt. Er regte übrigens den Heidelberger Studenten Karl Drais zu einer Erfindung an.

„Die Draisine! Der Vorgänger des Fahrrads!“ Bens Augen leuchten …

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Prof. Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten und die Geschichte der Wolfskinder

Für uns bei Molino ist dieses Buch wohl so aufwühlend wie kein anderes in diesem Jahr. Im Juli erscheint das große Buch von Prof. Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten über die sogenannten Wolfskinder:

Nach dem Krieg beginnt das Elend. Tausende Kinder fliehen durch die ostpreußischen Wälder nach Litauen, hungernd, frierend, oft ohne Eltern. Es ist eines der dunkelsten Kapitel unserer Zeit. Aber es gab auch die Gesten von Mitmenschlichkeit und Hilfe, es gab die litauischen Familien, die nicht nur ihr Brot teilten, sondern den „kleinen Deutschen“, die man später Wolfskinder nannte, ein neues Zuhause gaben. Wolfgang von Stetten zeigt diese Glücksmomente auf und dokumentiert den 30-jährigen Einsatz für diese lange vergessenen Kriegsopfer. Sein Buch zeigt aber auch, dass man als Politiker oft unkonventionell handeln muss, will man wirklich etwas erreichen. Und unkonventionell ist das richtige Wort für Wolfgang von Stetten, genannt: der schwarze Baron! Noch heute erreichen ihn viele Briefe von Kriegsopfern, die dank seiner Stiftung wenigstens eine kleine Rente bekommen und ihn auch gerne „Vater der Wolfskinder“ nennen.

„Ostpreußen, Litauen, Deutschland – was ist die wirkliche Heimat? Dort, wo man geboren wurde, dort wo man aufwuchs und lange lebte, dort wo man hoffte, eine neue (alte) Heimat zu finden? Ich scheiterte zwei Mal, als ich versuchte, die Hilfe für die Wolfskinder auf materielle Bedürftigkeit einzuschränken. Die Unterstützung war eine Art Schmerzensgeld für die Verletzungen, Balsam für die geschundenen Seelen und das Heilmittel für die nächtlichen Albträume. Es war für viele aber auch eine Genugtuung, dass sie nicht vergessen waren und andere die Pflicht des Deutschen Staates übernahmen. Auch wenn sie Wanderer zwischen drei Welten bleiben, mögen sie die innere Heimat finden!“ Wolfgang von Stetten

Foto: © Konrad-Adenauer-Stiftung

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Gedanken zum automobilen Tage: Zwimo-Blog über das Buch von Fürst Philipp

Recht früh zu Beginn meines Blogs verfasste ich eine Rezension über die Biografie des Automobiljournalisten Richard von Frankenberg. Bekannt ist bis heute vor allem durch seinen spektakulären Unfall auf der Berliner Avus mit einem Porsche 550 Spider, bei dem er den Sturz aus der Steilkurve im freien Fall relativ unbeschadet überlebte. Diese damalige Biografie verfasste sein sein Sohn Donald von Frankenberg. Dieser beschreibt aus einem einem sehr persönlichen, eben familiär begründeten Bezug heraus ausgesprochen dicht den persönlichen Werdegang seines Vaters. Ausgehend von dessen Geburt und Aufwachsen im Schwäbischen in den 1920er Jahren, wo RvF in einem intellektuellen, aber auch der Technik in Form von Automobilen zugewandten familiären Umfeld aufwächst, und ihm dadurch den Raum zur Entwicklung lässt. Es geht um Kontakt mit dem Nationalsozialismus wie auch die ersten motorsportlichen Aktivitäten Richard von Frankenbergs, langfristig prägende Etappen in dessen Jugend. Donald von Frankenberg zeigt detailiert, wie sein Vater zu der Persönlichkeit reift, welche nach dem Zweiten Weltkrieg sich langfristig in der öffentlichen Erinnerung verewigt: Richard von Frankenberg ist angetrieben von der Faszination für Rennsport, wie für alles im Zusammenhang mit Autos, im ganz allgemeinen, mit zuweilen skurilen Episoden.

Der Automobilrennsport wurde von Richard von Frankenberg sowohl selbst aktiv betrieben wie auch medial, mit all den in den Jahren der Nachkriegszeit bestehenden Möglichkeiten verwertet: Über die Publikation von Büchern, Artikeln, Essays bis zu später dann auch verantworteten TV-Beiträgen und eigenständigen, von ihm moderierten Sendeformaten. Darüber hinaus ließ es sich Richard von Frankenberg nicht nehmen, direkt am Geschehen als Streckensprecher bei den renommierten Rennsportveranstaltungen zu kommentieren.

Das hier nun besprochene neue Buch über Richard von Frankenberg richtet, anders als Sohn Donald, den Fokus nicht auf das Persönliche, sondern auf sein Können als Journalist, auf seine Fähigkeit, höchst lebendig zu beschreiben. Dies ist, wofür Richard von Frankenberg einst vor allem geschätzt wurde.

Es ist die Welt des frühen Motorsports in den 50er Jahren, ungefiltert, hemdsärmelig, mit der als notwendig empfundenen Akzeptanz von Improvisation und Gefahr.

Das angesprochene Buch „Richard von Frankenberg: Motorsporthelden“ bietet eine Sammlung von zwölf von Richard von Frankenberg verfassten Texten, bei einigen bis zu 30 Seiten Umfang. Es sind also nicht allein Artikel, es sind jeweils Essays, mit eingehender Betrachtung zur Thematik. Jedes eine Fundgrube. Und so sind diese Essays viele Jahrzehnte nach deren Entstehen auch ein Geschenk an den Leser: Er taucht ein. In Schilderungen des Renngeschehens welche eben nicht allein schlichte Schilderungen von Rennabläufen sind. Von Frankenberg begnügt sich nicht mit der Dokumentation von Superlativen. Vielmehr macht dieser deutlich: Es geht um das Erlebnis aller Beteiligten im Renngeschehen, ganz gleich ob Fahrer, Techniker, Zuschauer.

Richard von Frankenbergs Mittel: Er lässt in seinen Schilderungen Atmosphäre entstehen. So schildert der Journalist in einem Beitrag seine erste aktive Teilnahme an einer Rallye, mitnichten im einem Boliden, jedenfalls nicht im klassischen Sinne, sondern am Steuer eines Opel Kadett. Mit 1098 ccm, als Beifahrer assistiert von einem frisch gebackenem Doktor der Jurisprudenz von 100kg Lebendgewicht. Ein Lächeln bei den anderen,“ernsthaften“ Teilnehmern verursachte die Schilderung auch damals schon.

Von Frankenberg zeigt mit Augenzwinkern, das Erfolg erst einmal eine Frage der Einstellung ist: So ist der Beifahrer Dank seines körperlichen Format auch in der Lage, den Kadetten bei Bedarf mit einem kräftigen Griff wieder aus dem Graben zu hiefen. Von Frankenberg schildert Atmopshäre: Der kleine Opel ist für die beiden einsatzfreudigen, aber eben auch unbedarften Renn-Novizen das optimale Einsatzgerät. Denn: „Der Ölmessstab lag völlig trocken. Doch das störte uns wenig, da automobiltechnische Kenntnisse unser Gemüt noch nicht völlig getrübt hatten.“ (S. 95).

An solchen Schilderungen gewann ich als Leser den Einstieg, denn:

Auch ich begann fünf Jahrzehnte später im selbst ersparten, aber eben betagten und nur spärlich motorisierten Kleinwagen. Und bei folgenden Worten von Frankenbergs ist das Eis gebrochen: Es ist die wohl über die Jahre fortdauernde Erkenntnis: „Wenn man seinen Wagen sehr stark belädt, wird die Beschleunigung schlechter, doch an der Höchstgeschwindigkeit ändert sich nicht sehr viel.

An der Stelle sehe ich mich wieder im roten Polo sitzen, auf dem Weg nach Texel. Der Wagen vollgeladen mit fünf Personen und deren Wintergepäck. Richard von Frankenberg kam einst zur gleichen Erkenntnis. Und wurde damit zur Legende.

Auf dieser Ebene zeichnen sich Richard von Frankenbergs Worte fortwährend aus: All seine kleinen Beobachtungen welche sich in Summe beim Leser im Kopf zum großen atmosphärischen Ganzen eines Rennzirkus wird. In den Anfangstagen in den 50ern, noch weitab von dem Perfektionismus, welcher – der Wahrnehmung nach – den Motorsport heute in allen Details prägt.

Und um es klar zu stellen: Es geht nicht nur um Amateursport, Richard von Frankenberg behandelt in seinen Essays auch die großen Motorsport-Ereignisse jener Tage: Es geht um den (legendären) Motorsport in Argentinien, oder um das von Zeitgenossen als epochal empfundene Können von Stirling Moss; dem besten Fahrer der Welt, der dennoch nie Weltmeister wurde. Von Frankenbergs Essays sind eine Fundgruppe. Man liest, und taucht ein. Und eben auch in Anekdoten.

So berichtet von Frankenberg etwa von seiner gemeinsamen Teilnahme mit dem damaligen Chefredakteur der Auto, Motor und Sport an der Mille Miglia 1952, in einem Porsche 356. Mit Augenzwinkern berichtet er, wie die beiden dabei aus beiläufigem Pragmatismus „das Gebetbuch“ erfanden, einem heut nicht mehr wegzudenkendes Detail: „Da wir als Deutsche alles nur mit System betrieben, wollten wir auch die Mille-Miglia-Strecke systematisch erforschen.“ (…) „Wir prägten seinerzeit einen Ausdruck für diese Aufschriebe, der sich in Sportfahrerkreisen allgemein durchgesetzt hat. Wir nannten sie „das Gebetbuch“.“

Über all dies geschilderten Details erschließt sich dem Leser der Wert von Frankenbergs Essays: Der Rennzirkus von damals war in fast allen Bereichen noch immer Experimentierfeld, sei es im Technischen wie Praktischen: Der Reiz für die Teilnehmer war die Herausforderung zum Experimentieren und ja, bei Bedarf eben auch zur Improvisation an sich zu nehmen. Per se allgemeingültige Lösungen gab es eben nicht, um am Ende den Sieg zu erlangen.

Richard von Frankenbergs Essays entstammen einem Entstehungszeitraum von gut zwei Jahrzehnten. Die hier geschilderten Details mögen einen Eindruck geben von der Qualität der Texte. Sie erlauben einem, dieses Buch in die Hand zu nehmen, und die Zeit zu finden, tief einzutauchen.

Flankiert wird das Dutzend Essays Richard von Frankenbergs durch die Aufsätze namhafter Weggefährten, namentlich Dr. Wolfgang Porsche, „Leopold „Poldi“ von Bayern, Hans Herrmann & Hans-Joachim Stuck . Sie nutzen den Anlaß, ihre Erlebnisse mit von Frankenberg wie auch im damaligen Renngeschehen zu rekapitulieren, um es für eine eigene Betrachtung, eine Reflektion über Damals und Heute im Rennsport zu nutzen.

In der Zusammenstellung des Buches ist dieser Griff geschickt gewählt. Es bietet dem Leser so die Brücke vom Damals, mit den „Motorsporthelden“, so eben der Titel des Buches, zum Heute.

Das Buch ist ein Lesevergnügen, ein kurzweiliges Eintauchen in die Welt der“Motorsporthelden“. Und eine geschickte Ergänzung zur bereits vorliegenden Biografie, hier nun mit gut ausgewählten Blick auf Richard von Frankenbergs schreiberische Qualitäten. Publiziert wird das im August 2020 erstmals erschienene Buch „Richard von Frankenberg: Motorsporthelden“ von Philipp Fürst zu Hohenlohe und Langenburg , welcher ua. Hausherr des Automobilmuseums Langenburg ist. Hier besteht der persönliche Kontakt, Richard von Frankenberg und sein Vater gründeten das Museum 1970. Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg lässt es sich daher auch nicht nehmen, einen eigenen Essay beizusteuern.

Flankiert wird das Ganze mit einer tollen Auswahl fein reproduzierter, zeitgenössischer Fotos und vor Zeitkolorit platzenden Rennplakaten, aus den Archiven von Porsche, BMW, Mercedes, dem Automuseum Schloß Langenburg.

Fazit: Ein fein redigiertes Lesebuch, und mit Register am Ende aller in den Texten erwähnten „Motorsporthelden“ von damals.

Nils Berger auf Zwimo

Foto: © Porsche AG

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Unser Held des Waldes – Waldpoet Simon Abeln im Podcast von Donau FM

Pazifisten sollten jetzt bitte nicht weiterlesen, denn wir haben noch die schönste Kurzbesprechung des Buchs für euch, die man sich vorstellen kann. Im DWJ, dem Magazin für Waffenbesitzer. Neben einem großen Beitrag über den deutschen Panzer Marder, der heuer 50 Jahre alt wird, kommen auch die Helden des Waldes vor: „Vier von fünf Jägern sollten dringend eine Brille tragen, tun das aber nicht. Aber keine Angst! Zu Hause passieren deutlich mehr Unfälle als beim Jagen. Also, auf in den Wald! Simon Abeln wirft ein ganz neues Licht auf das traditionelle Jagdhandwerk – informativ, überraschend und mit einer kräftigen Prise Humor.“

Aber kaum einer ist so engagiert in Sachen Imagepflege des Waldes und der Jagd unterwegs wie Simon Abeln. Die Jagd polarisiert, das haben wir im Verlag selbst gemerkt. Trotzdem sind wir alle Fans geworden von der Jagd, wie Simon Abeln sie sieht: Jäger haben große Aufgaben im Wald, in der Landwirtschaft, wenn es um Tierwohl und Nachhaltigkeit geht.

Dank seines Buchs „Helden des Waldes“ kann man auch als Nichtjäger abtauchen in „die etwas andere Welt der Jäger“.

„Simon Abeln ist der Waldpoet. In Stuttgart aufgewachsen, verbrachte er schon damals die meiste Zeit im Wald. Heute ist er Jäger und Autor … Gemeinsam mit seinem Hund Ferdinand nimmt er immer wieder Menschen mit in eine besondere Welt und kann einem sogar beweisen das Bäume miteinander sprechen.“ (Donau 3 FM)

Hier geht es zum Podcast von Sabrina Gander auf Donau 3 FM:

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Weitere Infos zu Simon Abeln: www.waldpoet.de

Foto: © Simon Abeln

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Papst Franziskus: Jahr des heiligen Josefs – hier ist das Buch dazu!

Was macht ein Papst, wenn eine weltweite Pandemie ausbricht? Er erklärt das Jahr des heiligen Josefs. Klingt zunächst komisch, hat aber tiefen Sinn:

„Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe‘ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung.“ So schreibt Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben „Patris corde“ mit Blick auf die vielen helfenden Hände unserer Gesellschaft.

Wir von Molino verfolgen die Welt der Kirchen aufmerksam und sehen darin eine große Würdigung  derjenigen, die oft übersehen werden. Wir haben das Papst-Schreiben zum Anlass genommen, ein schönes Josefsbuch zu verlegen.

Unser Autor Josef Slunitschek verdeutlicht die Motive und den Charakter seines Namenspatrons und zeigt uns eindrücklich: Der heilige Josef kann uns mit seiner Hingabe wie kein anderer ein Vorbild sein. Dafür muss man nicht mahl katholisch sein … Er war Ehemann, der eine schwangere Frau zu sich genommen hat. Er hat ein Kind aufgezogen, das – so der christliche Glaube – nicht sein eigenes war. Er hat seinen Träumen gefolgt und hat sich für die Familie aufgerieben. Zuletzt findet er Trost in der Botschaft seines Pflegesohns. Ein kleines Buch, das einen in vieler Hinsicht rührt!

Es ist ab sofort bei uns im Shop und im ganzen Buchhandel bestellbar – mit wunderschönen Kupferstichen des legendären französischen Künstlers Gustav Doré.

Foto: Vaticannews // Molino Verlag